Wenn von Armut gesprochen wird, denken die meisten Menschen nur an finanzielle Armut, den Mangel an Geld. Dabei ist Armut viel umfassender.
Kennst du das Gefühl, dass immer etwas fehlt: Die Einrichtung zu Hause ist nicht perfekt, die Energie für die Kinder fehlt, Mangel an Unterstützung (der Partner könnte mehr im Haushalt helfen, die Kinder sind ständig zu laut), das richtige Hobby und passende Freunde fehlen, die Kochkünste lassen zu wünschen übrig usw. Es ist ein ständiges Gefühl von Mangel: Zeitmangel, Kräftemangel, Mangel an Gesundheit, Liebe, Kundschaft, Lustgefühlen, Wissen usw.
Ich kann also auch arm sein, obwohl ich viel Geld habe. Vielleicht kennst du das Gefühl von Leere in dir. Es zeigt ebenfalls einen grossen Mangel auf. Das Gefühl der Ohnmacht, wenn du dich überfordert fühlst, einer Situation ausgeliefert bist und nicht weiterweisst, ist eine weitere Art von Mangel. Einsamkeits-gefühle, wenn wir zu oft alleine oder Single sind oder uns Freunde und Familie fehlen, sind weitere Mängel. Jeder Mangel bedeutet Armut und jede Armut erzeugt Leiden. Uns ist meist nicht bewusst, dass wir in Armut leben, weil wir diese nur in Verbindung bringen mit einer finanziellen Situation.
Versuche, deine Mängel wahrzunehmen, nur so kannst du etwas verändern. Wenn du Zeitmangel hast, wirst du sehr wahrscheinlich auch noch in anderen Bereichen Mängel haben. Unser Leben fühlt sich nicht angenehm an, wenn wir Mängel haben. Dann kann es gut sein, dass du eigentlich genug Geld auf deinem Konto hast, aber du hast trotzdem ständig Angst, dass es nicht reicht.
Um ein Mangelgefühl zu wandeln, musst du zuerst lernen, wie es sich anfühlt, in Fülle zu leben. Konzentriere dich auf den Reichtum in deinem Leben, nimm ihn rund um dich herum wahr. Jeder Mensch hat gewissen Reichtum in seinem Leben, sei es Wasser, ein Dach über dem Kopf, Essen, Schuhe, eine Familie, einen Partner, Freunde, Gesundheit, Bildung, eine Begabung, schöne Augen oder Hände usw. Und da sind auch weitere wichtige Kleinigkeiten, welche Reichtum darstellen und uns im täglichen Leben erfüllen wie Blumen, Sonnenuntergänge, Kultur, Hobbys, das Lachen unserer Kinder, unsere Haustiere, die uns zum Schmunzeln bringen…
Sei dankbar für alles, was du besitzt! Wenn du dich in einem Armutsgefühl befindest, dann mache dir bewusst, was du dennoch hast und was dich erfreut. Zähle dabei alles auf oder zeige mit dem Finger auf Gegenstände, welche dir dienen und dein Leben leichter machen. Es gibt so unendlich vieles, worüber du dankbar sein kannst! Stell dir z.B. vor, was für eine Erleichterung die Erfindung der Waschmaschine war!
Uns ist es oftmals nicht bewusst, dass wir in einem Armutsgefühl leben, weil wir dieses nur mit Geld in Verbindung bringen. Je mehr wir uns auf Dinge konzentrieren, die wir haben und die uns das Leben verschönern, desto mehr können solche Dinge in unser Leben kommen. Konzentrierst du dich auf deine Mängel, werden sich diese vermehren; konzentrierst du dich aber auf deinen Reichtum, wird noch mehr Reichtum in dein Leben kommen!